Donnerstag, 16. Januar 2014

Gewinnversprechen - Betrug am Telefon - K.O.-Tropfen und Falscher Enkel



"Sie haben gewonnen!" - wer freut sich nicht, das zu hören. Wer aber eine solche Nachricht zum Beispiel am Telefon bekommt, sollte vorsichtig sein. Denn dabei kann es sich um eine Betrugsmasche mit Gewinnversprechen handeln. Insbesondere älteren Menschen werden häufig angebliche Gewinne – z. B. 50.000 Euro oder ein hochwertiges Auto –am Telefon versprochen, sofern die Gewinnerin oder der Gewinner für angebliche Steuern oder andere Kosten in Vorleistung tritt. Eine Auszahlung des Gewinns erfolgt jedoch nie! In diesem Newsletter informieren wir Sie darüber, wie Sie sich vor Betrügern am Telefon schützen können.



Lesen Sie außerdem, wie Sie mit den Tipps der Polizei gut durch die närrische Jahreszeit kommen und welche Präventionsmedien der Polizei Sie auf der didacta, Deutschlands größter Bildungsmesse, erwarten. Weitere Themen: Was tun bei Stalking, Vorsicht vor falschen Enkeln und Rückgang des Missbrauchs von Debitkarten im elektronischen Lastschriftverfahren.



Gewinnversprechen: Polizei warnt vor Betrügern


Immer öfter werden ältere Bürgerinnen und Bürger Opfer von Betrügern am Telefon. Dabei gehen die gewerbsmäßig organisierten Täter äußerst facettenreich vor: So geben sie sich zum Beispiel als Rechtsanwälte und Notare aus und informieren die Angerufenen über den angeblichen Gewinn eines hohen Geld- oder Sachpreises. Der Gewinn könne jedoch nur ausgezahlt werden, wenn der "Gewinner" im Voraus Gebühren oder Steuern bezahlt. Meist sollen die Opfer die Beträge überweisen, in bar an einen Abholer übergeben oder per Post ins Ausland versenden. Doch unabhängig von der Zahlung erfolgt niemals eine Gewinnausschüttung – denn ein Gewinn existiert nicht! Um die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen, manipulieren die Betrüger gezielt die eigene Rufnummer, die im Telefondisplay des Opfers erscheint. Dort wird die Rufnummer einer deutschen Stadt angezeigt, obgleich sich der Täter bei seinem Anruf in einem Call-Center in der Türkei befindet.



So können Sie sich vor dem Betrug am Telefon schützen:



  • Schenken Sie telefonischen Gewinnversprechen keinen Glauben – insbesondere wenn die Einlösung des Gewinns an Bedingungen geknüpft ist!
  • Lassen Sie sich von angeblichen Amtspersonen am Telefon nicht unter Druck setzen. Angehörige deutscher Strafverfolgungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zu einer Geldüberweisung auffordern oder nötigen! (Auch nicht zur Deckung von Ermittlungskosten oder Erhebung von Telefondaten oder Vergleichbarem!) Bei echten Gewinnen müssen Sie kein Geld im Voraus überweisen!
  • Geben Sie telefonisch keine persönlichen Informationen weiter: keine Telefonnummern, Adressen, Kontodaten (IBAN und BIC), Kreditkartennummern oder Informationen zum persönlichen Umfeld!
  • Ändern Sie gegebenenfalls Ihre Rufnummer, um zukünftig nicht belästigt zu werden!
  • Wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt oder Sie bereits Opfer geworden sind, wenden Sie sich an die Polizei unter 110. mehr...



Närrische Tage: Gefahr durch Komasaufen und K.O.-Tropfen


Bald ist es wieder soweit: Anfang März erreicht die närrische Zeit ihren Höhepunkt. Dabei wird oftmals nicht nur fröhlich und ausgelassen gefeiert, es wird auch viel getrunken. Besonders der Alkoholkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahre ist besorgniserregend und oft Ursache von Verkehrsunfällen oder Auslöser von Gewalt- und Vandalismusdelikten. Mit ihrer Kampagne "Don’t drink too much – Stay Gold" weist die Polizei auf die Schattenseiten exzessiven Alkoholkonsums hin. Auf der Homepage unter http://www.staygold.eu zeigen kurze jugendaffine Spots die unter Umständen gravierenden Folgen des Komasaufens. Besucher der Webseite erfahren außerdem, welche Strafen drohen, wenn sie alkoholisiert Auto fahren. Angesichts des ungebrochenen Trends zum "Komasaufen" sind nicht zuletzt auch die Festveranstalter in der Pflicht, die Jugendschutzbestimmungen einzuhalten. Die Polizeiliche Kriminalprävention hat deshalb eine "Jugendschutz-Checkliste" für Festveranstalter zusammengestellt, die kostenlos bei der nächstgelegenen (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle erhältlich ist oder als Download im Internet.


Gerade in der Faschingszeit lauert auch eine andere Gefahr: K.O.-Tropfen im Glas. Die Täter schlagen meist auf großen Veranstaltungen zu, um ihren Opfern unbemerkt die Droge unterzujubeln. Die geruch- und beinahe geschmacklosen Tropfen sind Drogen, die einer anderen Person ohne deren Wissen und Einverständnis verabreicht werden, um sie handlungsunfähig, hilflos oder willenlos zu machen. mehr...



KUNO: Weniger Missbrauch von Debitkarten im elektronischen Lastschriftverfahren


Seit dem Start des Sperrdienstes KUNO im Jahr 2006 sperrte die Polizei in Zusammenarbeit der EHI Retail Institute GmbH und den teilnehmenden Wirtschaftsunternehmen in Deutschland über eine Million Debitkarten (früher auch als ec-Karten bezeichnet) für das Lastschriftverfahren. Der Betrug mit Debitkarten ohne PIN ging in den vergangenen Jahren dadurch um fast 70 Prozent von 48.143 im Jahr 2005 auf 15.471 Fälle (2012) zurück. Dabei betrug 2012 die Schadenssumme 3.210.129 Euro. Das ist verglichen mit 2006 ebenfalls ein Rückgang um über 70 Prozent. Im Vergleich dazu entstand durch Betrug mittels Debitkarten mit PIN im Jahr 2012 in 23.210 Fällen ein Schaden von 20.729.449 Euro. KUNO steht für Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen. Karteninhaber müssen den Diebstahl ihrer Karten unverzüglich ihrem kontoführenden Kreditinstitut melden, damit sie rechtzeitig gesperrt werden. KUNO verhindert den Missbrauch von Debitkarten im elektronischen Lastschriftverfahren (Bezahlen mit Karte plus Unterschrift) im Einzelhandel. Einen Missbrauch an Geldausgabeautomaten oder beim Zahlungsverfahren mit PIN verhindert dagegen nur die rechtzeitige Sperrung der Karte für alle Systeme durch den Sperrdienst der Kreditinstitute oder über die Zentrale Sperrhotline 116 116. mehr...



Vorsicht, falscher Enkel!


"Rate mal, wer hier spricht" – mit diesen und ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger ihre Opfer an und geben sich als Enkel, Verwandte oder gute Bekannte aus. Immer bitten Sie dringend um Geld, weil sie beispielsweise einen angeblichen Autounfall hatten. Wenn das Opfer angebissen hat, wird vereinbart, dass ein Bote das Geld abholt. Mit dieser Betrugsmasche versuchen Kriminelle vor allem ältere Bürgerinnen und Bürger um ihre Ersparnisse zu bringen. Dazu suchen sie in Telefonbüchern gezielt nach altmodisch klingenden Vornamen. So wurden bereits schon viele Tausend Euro gutgläubig in Hände von Betrügern übergeben – und viele Senioren durch den "Enkeltrick" um ihr Erspartes gebracht. Mit Hilfe der Polizei und ihrer Broschüre "Der goldene Herbst" kann sich jeder ältere Mensch vor solchen hinterhältigen Fallen schützen. Vor allem gilt: Seien Sie misstrauisch und geben Sie niemals familiäre und finanzielle Details preis. mehr...
 
Die Broschüre "Der goldene Herbst" gibt es kostenlos bei Ihrer nächstgelegenen (Kriminal-) Polizeilichen Beratungsstelle oder im Internet.



didacta 2014: Polizei stellt Medienpaket zum Thema Mediensicherheit vor


Auch in diesem Jahr ist die Polizeiliche Kriminalprävention mit einem Stand auf der didacta vertreten, der weltweit größten Bildungsmesse, die in diesem Jahr vom 25. bis 29. März in Stuttgart stattfindet. Ein Schwerpunkt des Medienangebots, das die Polizei an ihrem Messestand (Nr. 4G31) in Halle 4 bereithält, sind Informationen zur Nutzung digitaler Medien. Vorgestellt wird unter anderem ein neues Medienpaket zum Thema Mediensicherheit für die Arbeit im Schulunterricht. Kinder und Jugendliche werden in der "virtuellen Welt" oftmals mit Inhalten konfrontiert, denen sie intellektuell oder seelisch nicht gewachsen sind. Der Grund für viele aktuelle Cyber-Probleme wie Cybermobbing ist jedoch nicht immer technischer Natur, vielmehr ist es Unkenntnis, Leichtsinn und manchmal auch Fahrlässigkeit, die gerade jüngeren Internetnutzern zu schaffen macht – denn sie sind sich der Risiken ihres Nutzungsverhaltens häufig nicht bewusst. Um Kindern und Jugendlichen ein sicherheitsbewusstes Verhalten in ihrer digitalen Alltagswelt zu vermitteln, hat die Polizei daher das Medienpaket "Verklickt" entwickelt. Der Film "Verklickt" zeigt spannende Situationen aus dem Medienalltag junger Menschen und transportiert gleichzeitig die strafrechtliche Relevanz und mögliche Konsequenzen. Das im Medienpaket enthaltene pädagogische Begleitheft bietet Lehrern und anderen pädagogischen Fachkräften die Möglichkeit, im Rahmen von Diskussionen oder Projektarbeit die unterschiedlichen Problematiken bei der Nutzung digitaler Medien vertiefend zu behandeln.



Wenn Liebe zur Bedrohung wird: Hilfe bei Stalking


Wer eine andere Person verfolgt, belästigt und anderweitig terrorisiert, betreibt Stalking. Bezog sich der Begriff früher nur auf prominente Opfer, so gilt heute als anerkannt, dass jeder durch Stalker bedroht und gefährdet sein kann. Betroffen sein können beispielsweise ehemalige Lebensgefährten bzw. Partner. Oftmals hat das Opfer den Stalker zuvor verlassen oder abgewiesen. Der will nun Aufmerksamkeit erregen, sein Opfer hartnäckig zu einer (neuen) Beziehung drängen. Stößt der Stalker oder auch die Stalkerin auf Ablehnung, kann sein oder ihr Verhalten in Hass und Psychoterror umschlagen: Das Opfer wird terrorisiert, verfolgt und beobachtet und mit Nachrichten oder Geschenken als so genannte "Liebesbeweise" überhäuft. Verhaltenstipps zum wirksamen Schutz vor Stalkern hat die Polizei im Internet zusammengestellt. Dort finden Sie auch ein Infoblatt zum Herunterladen sowie einen Kurzfilm zum Thema. mehr...




Quelle: Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes .


Verantwortlicher i.S.d.P. und gemäß § 10 MDStV ist Andreas Mayer.