Dienstag, 11. Februar 2014

Rechtsextremismus



Das rechtsextremistische Spektrum setzt sich aus sehr verschiedenen Gruppen und Organisationen zusammen, darunter Parteien, neonazistische Kameradschaften und gewaltbereite Gruppen.
Eine juristische Definition des Begriffes "Rechtsextremismus" existiert nicht, ebenso wenig eine in der soziologischen oder politologischen Diskussion allgemein anerkannte. Hinzu kommt, dass der Rechtsextremismus kein einheitliches, ideologisch geschlossenes Phänomen ist, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Strömungen, ideologischer Ausrichtungen und Organisationsformen umfasst.
Gleichwohl ist es beispielsweise möglich, rechtsextremistische Ideologie inhaltlich durch Darstellung der wesentlichen Merkmale zu beschreiben:
  • Nationalismus Wahrung und Stärkung der eigenen Nation als oberster alles dominierender Grundsatz (übersteigerter, völkisch fundierter Nationalismus, Auffassung eigener Überlegenheit).
  • Autoritarismus Überbetonung staatlicher Autorität gegenüber der Gesellschaft mit Idealisierung hierarchischer Strukturen (auch fehlende innerorganisatorische Demokratie).
  • Antipluralismus Unterwerfung und Bekämpfung individueller oder gruppenspezifischer Interessen zugunsten der "Volksgemeinschaft", Ablehnung von Interessenverbänden (Identität von Regierung und Volk).
  • Ideologie der Ungleichwertigkeit Ausgrenzung/Abwertung nicht zur Eigengruppe gehörender Menschen; biologistisches Weltbild (Rassismus/Ausländerfeindlichkeit, Betonung angeblich "natürlicher Hierarchien" und des Rechts des Stärkeren).
Themen im Phänomenbereich Rechtsextremismus:
Ein geschlossenes theoretisches System ist im Rechtsextremismus nicht vorhanden. Gleichwohl finden sich in der politischen Argumentation sämtlicher rechtsextremistischer Organisationen/Gruppierungen gemeinsame Begriffe.
Die wichtigsten rechtsextremistischen Parteien sind in Nordrhein-Westfalen die 'Nationaldemokratische Partei Deutschlands' (NPD), 'Bürgerbewegung pro Köln' und 'pro NRW'.
Die heutige Neonazi-Szene steht in der Tradition des historischen Nationalsozialismus mit seinem Elite- und Führerprinzip.
Sie versteht sich als Protest, als Opposition zur Gesellschaft. Als Ausdruck ihres Protests hat die Skinhead-Bewegung eigene "Standards" entwickelt wie zum Beispiel Kleidungsaccessoires, Kommunikationsmittel (Fanzines) und als Hauptmerkmal ihren eigenen Musikstil.
Die Neue Rechte ist eine in den 60er Jahren in Anlehnung an die französische "Nouvelle Droite" und ihren Vordenker Alain de Benoist entstandene geistig-politische Strömung, die sich als "Gegenmodell" zur Studentenbewegung von 1968, der Neuen Linken, verstand.
Ziel des Revisionismus ist es, die Geschichtsschreibung über die Zeit des Nationalsozialismus zu widerlegen und dadurch langfristig die nationalsozialistische Ideologie zu rehabilitieren.
Bei den sonstigen rechtsextremistischen Gruppierungen handelt es sich zumeist um Kleingruppen bis hin zu Ein-Mann-Organisationen - in der Regel von marginaler Einflussnahme auf die Entwicklung des gesamten Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland.
Rechtsextremistische Parteien, Vereinigungen, aber auch neonazistische Kameradschaften sind immer wieder bemüht, in der Bevölkerung Anklang für ihre Ziele zu finden, indem sie die öffentliche Auseinandersetzung mit bestimmten Themen kampagnenartig forcieren.
Die rechtsextremistische Szene hat ein Mediennetz gesponnen, das aus einer großen Bandbreite an Publikationen besteht. Dazu zählen regelmäßig erscheinende Zeitungen und Zeitschriften (mit einer Jahresgesamtauflage von mehreren Millionen Exemplaren), Bücher und Tonträger, insbesondere CDs. Zu einem der wichtigsten Kommunikationsmittel der Szene ist das Internet geworden.
Quelle: http://www.mik.nrw.de