Montag, 10. Februar 2014

Linksextremismus



Linksextremistische Parteien und Gruppierungen haben sich zum Ziel gesetzt, die freiheitliche demokratische Grundordnung revolutionär zu überwinden und über eine sozialistische bzw. kommunistische oder eine anarchistische Gesellschaftsform eine herrschaftsfreie Ordnung herbeizuführen. Linksextremisten streben die Überwindung der durch das Grundgesetz vorgegebenen Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland an. Sie verfolgen stattdessen Utopien einer klassenlosen Ordnung bzw. eines herrschaftsfreien Zusammenlebens. 

Im fundamentalen Unterschied zum Rechtsextremismus gehen linksextremistische Ideologien vom Prinzip menschlicher Gleichheit aus. Während für Rechte der Begriff der völkischen Gemeinschaft die wichtigste Bezugsgröße darstellt, verstehen sich die meisten Linken als Internationalisten und sehen in der Arbeiterklasse das historische revolutionäre Subjekt. Allerdings stellen auch Marxisten zunehmend in Frage, ob das Proletariat der ihm zugedachten Rolle als Träger einer Revolution überhaupt noch gerecht werden kann. Grundlage der politischen Arbeit eines jeden Linksextremisten ist seine antifaschistische, antirassistische und antiimperialistische Grundhaltung, wobei das bürgerlich-kapitalistische System für die Ursachen verantwortlich gemacht wird. 

Themen im Phänomenbereich Linksextremismus:
Ideologien nehmen für sich in Anspruch, das schlüssige weltanschauliche Konzept für eine bessere Gesellschaftsordnung anzubieten. Eine Ideologie prägt das Weltbild der jeweiligen Sympathisanten und gibt ihnen eine Handlungsanleitung vor.
Linksextremistische Parteien streben nicht in erster Linie nach parlamentarischer Repräsentanz. Sie sehen darin primär die Chance, das Parlament als "Tribüne des Klassenkampfes" zur Verbreitung ihrer Vorstellungen zu nutzen.
Linksextremisten verfolgen ihre politischen Ziele nicht nur über Parteien, sondern sie haben daneben auch andere Organisationsformen aufgebaut oder ihre Kräfte in Netzwerken gebündelt.
Die von Karl Marx und Friedrich Engels entwickelte kommunistische Lehre hat die Geschichte der deutschen und der internationalen Linken bis in die Gegenwart entscheidend geprägt.
Auf dem Weg zum Fernziel einer aus ihrer Sicht besseren Gesellschaftsordnung engagieren sich Linksextremisten entsprechend ihrer persönlichen Überzeugung oder Betroffenheit in so genannten Teilbereichskämpfen.
Medien haben einerseits eine grundlegende Bedeutung für die propagandistische Verbreitung von Überzeugungen und Aufrufen, andererseits für die interne und externe Kommunikation.
Terrorismus umfasst politisch motivierte Straftaten, die zu Personen- oder erheblichen Sachschäden führen sollen. Linksextremistischer Terrorismus richtet sich in erster Linie gegen Repräsentanten des Staates und der Wirtschaft oder gegen Einrichtungen, denen eine besondere Symbolwirkung aus linker Sicht beigemessen wird.
Quelle: http://www.mik.nrw.de