Samstag, 27. April 2013

Täuschend echt, aber Betrug: Polizei warnt vor gefälschtem GEZ-Schreiben

Täuschend echt, aber Betrug: Polizei warnt vor gefälschtem GEZ-Schreiben
Das Schreiben ist professionell gefälscht: Betrüger
bitten um Überweisung desRundfunkbeitrages
auf ein Berliner Konto. Foto: Polizei Hessen

Viele Bürger kamen falscher Zahlungsaufforderung bereits nach. Der Brief sieht mit seinem Briefkopf des 'Beitragsservice' von ARD, ZDF und Deutschlandradio täuschend echt aus – doch es ist nur eine miese Betrugsmasche: 

Die Polizei warnt vor dem gefälschten Schreiben, das bereits in vielen Haushalten gelandet ist. 

 


 

Die Betrüger machen sich die Verunsicherung der Verbraucher zunutze, die durch die Umstellung der Rundfunkgebühr auf eine allgemeine Haushaltsabgabe in der Bevölkerung entstanden ist. In dem Text der Betrüger wird auf ein neues Zahlungssystem mit einer neuen Bankverbindung hingewiesen. Die Adressaten werden aufgefordert, den Beitrag für die Monate April bis Juni in Höhe von 53,94 Euro auf ein Konto bei der Berliner Landesbank zu überweisen.

Bei der Polizei sind bereits viele Anzeigen eingegangen, unter anderem auch von der GEZ in Köln selbst. Mehrere Geldinstitute haben laut Polizei bereits entsprechende Überweisungen von getäuschten Bürgern erhalten und die Zahlung gestoppt. Die Landesbank Berlin hat das Konto mittlerweile gesperrt.

Die Kriminalpolizei versucht, den Empfänger der Zahlungen zu ermitteln. Wer stutzig wird und die angegebene Kontonummer im Internet sucht, stellt fest: Sie gehört einem Service der Berliner Sparkasse, mit dem man das Guthaben einer Prepaid-Kreditkarte aufladen kann. Offenbar versuchen die Betrüger so, nicht direkt durch die Kontodaten gefasst werden zu können.

 

Polizei sucht nach Verdächtigen

Offenbar wird der Brief nicht über die normale Postzustellung verteilt, sondern direkt in den Briefkasten geworfen – daher hoffen die Ermittler jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung auf verdächtige Personen. Im hessischen Gießen seien bereits Männer beim Verteilen gesehen worden.

Auch die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor der Masche, verweist als Erkennungszeichen für den Fake aber darauf, dass der Brief "An alle privaten Haushalte" adressiert ist. "Die Schreiben sind täuschend echt gemacht. Jedoch würde der Beitragsservice jeden Beitragsschuldner korrekt mit Namen und Adresse ansprechen, schließlich hat er diese Daten seit der Anmeldung bzw. durch den Meldedatenabgleich im Rahmen der Umstellung vorliegen", erklärt Friederike Wagner von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Verbraucherschützer raten, bei Zweifeln an der Richtigkeit eines Schreibens immer direkt den Absender anzurufen. Im aktuellen Fall hätte man dann schnell Klarheit: Die Betrüger haben im Briefkopf die echte Nummer der GEZ stehen lassen.