Samstag, 2. Februar 2013

Newsletter



Ausgabe vom 31. Januar 2013
01: In eigener Sache
02: Närrische Tage: Kein Komasaufen in der 5. Jahreszeit
03: K.O.-Tropfen: Die Gefahr lauert im Glas
04: Apps to go: Infoflyer für Jugendliche
05: Warnung: Neue Variante von Erpressungs-Schadsoftware im Umlauf
06: didacta 2013: Strategien zur Gewaltprävention


 

+ 01: In eigener Sache

Liebe Leserin,
lieber Leser,


Fasching, Fasnet, Karneval – bald sind für ein paar Tage wieder die Narren und Jecken unterwegs, und in den Karnevalshochburgen regieren Frohsinn und Ausgelassenheit. Die Hemmschwellen fallen - leider auch beim Alkohol. Bei Jugendlichen kommt häufig Gruppendruck als deutlich verstärkender Impuls hinzu. Orte oder Anlässe, an denen üblicherweise viel Alkohol getrunken wird, stellen oftmals den Schauplatz oder das Umfeld von Gewalthandlungen dar. Auch bei Promillesündern versteht die Polizei in der Faschingszeit keinen Spaß. Wer betrunken am Steuer erwischt wird, muss mit harten Strafen und Führerscheinentzug rechnen. Die Polizei rät daher prinzipiell zum Grundsatz "Don’t Drink and Drive", also zum absoluten Verzicht auf Alkohol für alle, die fahren müssen. Denn der Führerschein ist bereits ab einem Promillewert von 0,3 in Gefahr. Zeigen Kraftfahrer mit diesem Wert Ausfallerscheinungen oder verursachen einen Unfall, wird ihnen die Fahrerlaubnis entzogen. Ab 0,5 Promille gelten Autofahrer in jedem Fall als nicht mehr fahrtüchtig. Größere Sehstörungen treten auf, die Reaktionszeit verlängert sich. Die Folge vom Fahren unter Alkoholeinfluss: Geldbuße, Punkte und Fahrverbot. Lassen Sie die närrischen Nächte deshalb lieber in Bus und Bahn ausklingen, oder verabreden Sie vor dem Feiern, wer nüchtern bleibt und fährt.


+ 02: Närrische Tage: Kein Komasaufen in der 5. Jahreszeit

Alljährlich zu Karneval bzw. Fasching legen Polizei und Rettungsdienste Sonderschichten ein. Auf Trab gehalten werden sie dabei immer wieder auch von Jugendlichen, die nach exzessivem Alkoholkonsum gewalttätig werden oder notversorgt werden müssen. Angesichts des ungebrochenen Trends zum „Komasaufen“ sind nicht zuletzt auch die Festveranstalter in der Pflicht, die Jugendschutzbestimmungen einzuhalten. Die Polizeiliche Kriminalprävention hat deshalb eine „Jugendschutz-Checkliste“ für Festveranstalter zusammengestellt, die kostenlos bei der nächstgelegenen (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle erhältlich ist oder im Internet heruntergeladen werden kann: http://www.alkohol-abgabe-trainer.de/Checkliste-Festveranstalter.pdf. Darüber hinaus weist die Polizei mit ihrer Kampagne „Don’t drink too much – Stay Gold“ auf die Schattenseiten exzessiven Alkoholkonsums hin. Die einprägsamen Motive der Kampagne führen jungen Menschen vor Augen, dass Trinken alles andere als „cool“ ist. Auf der Homepage unter http://www.staygold.eu warnen die Polizei und ihre Partner junge Leute vor den Folgen des Komasaufens.


+ 03: K.O.-Tropfen: Die Gefahr lauert im Glas

Sie sind geruchlos, beinahe geschmacklos und gefährlich - K.O.-Tropfen. Gerade in der Faschingszeit sind Feiernde besonders gefährdet, denn die Täter schlagen meist auf großen Ver-anstaltungen zu. K.O.-Tropfen sind Drogen, die einer anderen Person ohne deren Wissen und Einverständnis verabreicht werden, um sie handlungsunfähig, hilflos oder willenlos zu machen. Dazu werden Medikamente (Narkose- und Beruhigungsmittel) oder Partydrogen wie GHB (Gammahydroxybutyrat) oder GBL (Gammabutyrolacton) eingesetzt. In der Partyszene ist GBL/GHB zum Eigenkonsum weit verbreitet und als Liquid Ecstasy, Liquid X, Liquid E, Fantasy, Soap oder G-Juice bekannt.
K.O.-Tropfen sind zumeist farb- und geruchlos. Der leicht salzige oder seifenartige Geschmack von GHB wird durch die Aromen in Getränken und Cocktails oft überdeckt. Nach anfänglichen Glücksgefühlen, Entspannung, Enthemmung und allgemeiner Stimulierung folgen Übelkeit und Schwindel. Das Opfer wird willenlos und in der Folge häufig bestohlen oder gar missbraucht. Kommt es zur Bewusstlosigkeit, haben Opfer häufig keine oder nur vage Erinnerungen an das, was passiert ist. Bei Überdosierung kann es zu Koma und tödlicher Atemlähmung kommen.


Schutz vor K.O.-Tropfen:

  • Getränke bei der Bedienung bestellen und selbst entgegennehmen.
  • Von Unbekannten keine offenen Getränke annehmen.
  • Offene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen.
  • Bei Übelkeit Hilfe beim Personal suchen.
  • Freundinnen und Freunde achten aufeinander und lassen ihre Getränke nicht aus den Augen.
  • Freundinnen und Freunde holen im Ernstfall sofort ärztliche Hilfe für das Opfer und ver-ständigen das Personal. Weitere Informationen zum Thema lesen Sie hier: http://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles.html

+ 04: Apps to go: Infoflyer für Jugendliche

Navigieren, neueste Nachrichten abrufen, eine Fahrplanauskunft einholen - Apps ermöglichen eine Menge nützlicher und spannender Dinge. Viele Anbieter haben es jedoch nur darauf abgesehen, die Nutzer abzuzocken, Daten auszuspionieren oder Nutzerverhalten für Werbezwecke zu analysieren. Tipps zum sicheren Umgang mit Apps auf Smartphones und Tablet-PCs, zum Beispiel Grundregeln der Nutzung, versteckte Kostenfallen, Schutzsoftware oder Zugriffsrechte, bietet ein in Kooperation mit handysektor.de entwickelter Flyer im praktischen Hosentaschenformat. Zielgruppe sind Jugendliche und Heranwachsende. Der Infoflyer fasst komprimiert und altersgerecht zusammen, welche Grundregeln bei der Nutzung von Apps beachtet werden sollten. Flyer zum Herunterladen unter: http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/details/form/7/193.html

 
+ 05: Warnung: Neue Variante von Erpressungs-Schadsoftware im Umlauf

Das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnen vor einer neuen Variante von Erpressungs-Schadsoftware, einer so genannten Ransomware, die Computer infiziert und sperrt. Eine Nutzung des Rechners ist nicht mehr möglich. Dabei wird durch die Schadsoftware ein so genanntes Popup-Fenster mit den Logos des BSI und der Gesellschaft für Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) eingeblendet. Darin wird dem Nutzer unterstellt, dass der Rechner im Zusammenhang mit der Verbreitung kinderpornografischen Materials, bei terroristischen Aktionen, Urheberrechtsverletzungen oder anderen Straftaten genutzt worden sei. Es folgt die Behauptung, dass die Funktion des Computers „aus Gründen unbefugter Netzaktivitäten ausgesetzt worden“ sei. Zur Untermauerung der Anschuldigungen werden angebliche Gesetzesvorschriften zitiert, deren Verletzungen Ursache für die Sperrung sein sollen. Bei dieser Variante von Schadsoftware wird auch ein Foto eingeblendet. Dabei handelt sich nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes um eine strafbewehrte jugendpornografische Darstellung. Im weiteren Text wird behauptet, dass „die Wiedergabe von pornografischen Inhalten mit Minderjährigen festgestellt“ worden sei. Wie bei Ransomware üblich, wird der Nutzer schließlich zur Zahlung von 100 Euro über die digitalen Zahlungsdienstleister uKash oder Paysafecard aufgefordert, um einen Freigabecode zur angeblichen Entsperrung des Rechners zu erhalten.


Hierzu erklären das BKA und das BSI: 
Weder das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik noch die Gesellschaft für Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) sind Urheber einer solchen Meldung!
  • Sollten Sie eine derartige Meldung erhalten, zahlen Sie den geforderten Betrag auf keinen Fall! Ihr Rechner ist bereits mit einer Schadsoftware infiziert, die wesentliche Teile des Betriebssystems verändert hat, um das Popup-Fenster zu generieren. Ein regulärer Zugriff auf Ihr Betriebssystem ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach Begleichung der geforderten Zahlung nicht möglich. Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass die Sicherung der in der Ransomware enthaltenen jugendpornografischen Darstellung eine Besitzverschaffung bzw. einen strafbaren Besitz von Jugendpornografie darstellt.
  • Lassen Sie sich von dem Foto und der Behauptung, dass "die Wiedergabe von pornografischen Inhalten mit Minderjährigen festgestellt" worden sei, nicht einschüchtern und zu Zahlungen drängen. Es handelt sich hierbei um eine Form der digitalen Erpressung. Sie sind Opfer einer Straftat geworden.
  • Halten Sie Ihre Software- und Antivirenschutzprogramme immer auf dem aktuellen Stand. Der Sicherheitskompass der Polizeilichen Kriminalprävention hilft dabei, die zehn häufigsten Sicherheitsrisiken zu erkennen und zu verringern: http://www.polizei-beratung.de/sicherheitskompass

+ 06: didacta 2013: Strategien zur Gewaltprävention

Auch in diesem Jahr ist die Polizeiliche Kriminalprävention mit einem Stand auf der didacta vertreten, der weltweit größten Bildungsmesse, die vom 19. bis 23. Februar in Köln stattfindet. Schwerpunkt des Medienangebots, das die Polizei an ihrem Messestand in Halle 6.1 bereithält, sind Informationen  zur Gewaltprävention für Lehrer und Fachkräfte der außerschulischen Jugendarbeit – darunter das Medienpaket „Abseits?!“ mit sechs Kurzfilmen zu Happy Slapping, Mobbing, Sachbeschädigung, Abzocke und verbaler/körperlicher Aggression sowie einem Filmbegleitheft. Ebenfalls präsentiert werden die Handreichung „Herausforderung Gewalt“ und das Medienpaket „Heimspiel – Ein Film zur Gewaltprävention für den Einsatz in der Jugendsozialarbeit.“ Zum Thema Mediensicherheit wird der Videospot „Surfen. Aber sicher!“ vorgestellt, in dem TV-Moderator Rudi Cerne Eltern Tipps gibt, wie sie ihre Kinder vor den Gefahren des Internets schützen können. Der Spot ist ein weiterer Baustein der Aktion „Kinder sicher im Netz“. 

Mit im Gepäck ist zudem der in Kooperation mit handysektor.de  entwickelte Infoflyer „Apps to go“ mit Tipps für den sicheren Umgang mit Apps auf Smartphones und Tablet-PCs. www.didacta-koeln.de     www.polizei-beratung.de