Donnerstag, 27. Dezember 2012

Sicher leben!



Bild: polizei-beratung.de

Das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) im Jahr 2012 – das sind nicht nur über vier Jahrzehnte intensive Vorbeugungsarbeit der Polizei, sondern auch die 100. Sitzung unserer Projektleitung und 15 Jahre Zentrale Geschäftsstelle (ZGS) in Stuttgart-Bad Cannstatt. Seit 15 Jahren werden von der ZGS aus alle bundesweiten Aktivitäten wie Präventionskampagnen der Polizeilichen Kriminalprävention initiiert. Nach wie vor zahlt sich in der Präventionsarbeit aber eines am meisten aus: die Solidargemeinschaft aus Bund und Ländern. Weil alle an einem Strang ziehen und gemeinsame Lösungen für die Kriminalitätsprobleme von heute suchen, kann ProPK von den Erfolgen der Vergangenheit auch in der Zukunft profitieren. Es ist der Anspruch an die Vorbeugungsarbeit, der alle Akteure vereint: Wir wollen, dass Sie sicher leben. Diesem Leitsatz bleiben wir auch 2013 treu – und hoffen, dass auch Sie uns als treue Leserin und treuer Leser erhalten bleiben.

Zum Jahresende wünschen wir Ihnen besinnliche Feiertage und einen guten
Start ins neue Jahr.

Wenn Sie noch mehr über unsere Geschichte erfahren wollen, dann besuchen
Sie unsere Internetseite unter:
http://www.polizei-beratung.de/ueber-uns.html
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Silvesterknaller – selbstgebastelt und hochgefährlich:

In wenigen Tagen ist es soweit: der Jahreswechsel naht und damit das alljährliche Feuerwerk am 31. Dezember, das sich insbesondere bei Jugendlichen großer Beliebtheit erfreut. Einigen reicht jedoch der sicherheitsgeprüfte Böller aus dem Laden nicht. Stattdessen werden Feuerwerkskörper selbst gebastelt – oft mit fatalen Folgen. Was viele nicht wissen: Selbst hergestellte Explosivstoffe (Selbstlaborate) unterliegen dem Waffengesetz und/oder dem Sprengstoffgesetz und gelten als Sprengvorrichtungen. Demnach macht sich auch derjenige strafbar, der einen Sprengsatz beispielsweise anhand einer Anleitung aus dem Internet herstellt. Bei entsprechenden Vergehen droht dann eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Die Polizei warnt davor, selbst Feuerwerkskörper herzustellen – die Risiken beim Abbrennen dieser sind enorm. Stattdessen sollten alle Liebhaber von Silvesterfeuerwerk auf sicherheitsgeprüfte Raketen, Böller und Knaller setzen – und damit sicher ins neue Jahr starten.

Die Polizei hat eine Handreichung herausgegeben, die über diese Thematik informiert. Diese ist kostenlos als Download verfügbar unter: http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/details/form/7/43.html
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Fake-Shops – Betrüger locken mit Schnäppchen:

Ein Einkaufbummel zwischen den Jahren – das ist für viele eine beliebte Beschäftigung nach den Weihnachtsfeiertagen. Wer es gemütlich mag, erledigt den Einkauf lieber am heimischen PC. Doch beim Einkauf im Netz sollte man aufmerksam sein, denn nicht jeder Online-Shop hält, was er verspricht. Betrüger nutzen so genannte Fake-Shops, also komplett gefälschte Internet-Verkaufsplattformen, um ahnungslose Online-Käufer abzuzocken. Fake-Shops sind teilweise Kopien real existierender Websites, wirken seriös und lassen beim Käufer selten Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen. Mit aus dem Internet kopierten Produktbildern und Informationen, professionell aufgemachten AGBs (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) und einem gefälschten Impressum wollen Kriminelle das Vertrauen der Online-Shopper gewinnen und sie so zum Kauf animieren. Ein weiteres Lockmittel ist der scheinbar besonders günstige Preis des gesuchten Produkts.

So schützen Sie sich vor Betrug durch Fake-Shops:

  • Keine Spontankäufe: Bevor Sie ein Produkt in den Warenkorb eines Online-Shops legen, sollten Sie den Preis des Produkts bei anderen Anbietern wie dem Händler vor Ort vergleichen. Denn Betrüger locken ihre Opfer mit unwahrscheinlich niedrigen Preisen..
  • Informieren Sie sich: Geben Sie den Namen des Online-Shops in eine Suchmaschine ein, dadurch können Sie negative Erfahrungen anderer Kunden herausfinden und müssen sich nicht auf die Versprechungen der Shop-Betreiber verlassen. In vielen Selbsthilfeforen erfahren Sie ebenfalls, ob Ihr gewählter Online-Händler unseriöse Geschäftspraktiken anwendet.
  • Verbraucherzentrale hilft: In der Regel führt auch ein Anruf bei einer Verbraucherzentrale zur gewünschten Information über einen Online-Händler.
  • Nutzen Sie kostenfreie Programme ("Web of Trust" oder "Abzockschutz"): Diese zeigen die bekanntesten Fake-Shops im Internet auf.
  • Wählen Sie sichere Zahlungswege: Der Kauf auf Rechnung kann vor Betrug durch Fake-Shops schützen. Getätigte Überweisungen können jedoch nur innerhalb einer Stunde rückgängig gemacht werden. Beim Lastschriftenverfahren können vorgenommene Abbuchungen noch nach einigen.
  • Tagen storniert werden. Nutzen Sie beim Onlinekauf keine Zahlungsdienste wie Western Union, paysafe oder Ukash.
  • Kein Einkauf bei Zweifel: Wenn Sie sich unsicher sind, kaufen Sie am besten gar nicht im gewählten Shop. Sie sollten das gewünschte Produkt nur beim Händler Ihres Vertrauens erwerben.

Wie man sich verhalten sollte, wenn man glaubt, auf einen Fake-Shop hereingefallen zu sein, erklärt die Polizei unter: http://www.polizei-beratung.de/fake-shops
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Skimming – Betrug am Geldautomaten:

Skimming, das Abfangen von Kartendaten am Geld-, an Fahrkarten- oder Zapfsäulenautomaten, bleibt auch im neuen Jahr wohl ein Problem. Im ersten Halbjahr 2012 wurden nur 400 Angriffe auf insgesamt 250 Geldautomaten registriert, auch für die zweite Jahreshälfte werden weniger Manipulationen an Geldautomaten erwartet als in den Vorjahren. 2011 wurden in Deutschland noch insgesamt 1.296 Angriffe auf Geldautomaten gezählt. Trotzdem sollte man nach wie vor beim Einsatz von Zahlungskarten bspw. am Bankautomaten vorsichtig sein. Denn die von Betrügern installierten Vorbaugeräte, sogenannte "Skimmer", zum Auslesen der Kartendaten oder Kameras zum
Ausspionieren der PIN sind unauffällig. Daher sollte man bei jedem Karteneinsatz aufmerksam sein.

So schützen Sie sich vor Skimming:

  • Betätigen Sie den Türöffner eines Bankinstitutes nicht mit der gleichen Karte, mit der Sie anschließend Geld abheben möchten.
  • Geben Sie Ihre PIN niemals an einem Türöffner eines Bankinstitutes ein. Kein Geldinstitut verlangt für den Zugang zum Geldautomaten die Eingabe der PIN. Verständigen Sie in solchen Fällen die Polizei und das Geldinstitut.
  • Achten Sie darauf, dass die Eingabe Ihrer PIN nicht von anderen beobachtet werden kann. Sorgen Sie für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden.
  • Decken Sie während der PIN-Eingabe das Tastaturfeld mit der anderen Hand oder einem Gegenstand (z. B. Geldbörse, Blatt Papier) als Sichtschutz vollständig ab.
  • Nutzen Sie keinen Automaten, an dem Ihnen etwas ungewöhnlich erscheint, z. B. angebrachte Leisten oder Verblendungen, abstehende und lockere Teile, Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz.
  • Bei Verdacht auf Manipulation sollten Sie den Automaten nicht nutzen. Verständigen Sie die Polizei, um mögliche Spuren sichern zu können.

Weitere Tipps gibt es im aktualisierten Faltblatt "Vorsicht, Skimming!". Dieses ist kostenlos in (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstellen und als Download verfügbar unter:
http://www.polizei-beratung.de/medienangebot/details/form/7/184.html
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Vorsicht bei Medikamentenkauf im Internet:

Mit Blick auf steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen und der zunehmenden Selbstmedikation gewinnt das World Wide Web als vermeintlich günstige Bezugsplattform von Arzneimitteln vermehrt an Bedeutung. Motive dafür sind neben dem Kostenaspekt der Wunsch danach, anonym zu bleiben, die Verschreibungspflicht zu umgehen oder Medikamente zu erhalten, die auf dem legalen Markt nicht zugelassen sind. Das machen sich "schwarze Schafe" auf Anbieterseite zunutze, die die Anonymität des Internets nutzen, um minderwertige oder gefälschte Arzneimittel zu verkaufen. Die gesundheitlichen Risiken für den Konsumenten sind bei Einnahme dieser Fälschungen häufig nicht abschätzbar.

Darauf sollten Sie beim Arzneimittelkauf im Internet besonders achten:

  • Kaufen Sie verschreibungspflichtige Medikamente nicht auf Seiten, die diese ohne Rezept anbieten oder Arzneimittel veräußern, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Unter www.pharmnet-bund.de sind zugelassene Arzneimittel in einem Arzneimittelinformationssystem recherchierbar.
  • Vorsicht vor Seiten, auf denen kein gelernter Apotheker Fragen beantworten kann.
  • Überprüfen Sie die Zulassung der Internetapotheke anhand des Versandapothekenregisters (VAR) auf der Homepage des „Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und "Information" (DIMDI), ein dem Bundesministerium (BMG) nachgeordnetes Institut. Das VAR ist über www.dimdi.de zu erreichen (Rubrik "Arzneimittel", Unterrubrik "Versandapothekenregister").
  • Prüfen Sie, ob auf der Seite eine Telefonnummer angegeben ist, über die Bestellung aufgegeben werden können. Achten Sie dabei auf die Telefongebühren – seriöse Anbieter geben diese in der Regel unter der angegebenen Nummer an.
  • Angebote auf der Website wie "Mengenrabatt", "Probepackungen" oder "neue Heilmittel" könnten ein Trick sein, Kunden zum Kauf zu bewegen.
  • Vorsicht vor "Onlineberatungen", die die ärztliche Verordnung ersetzen sollen oder persönliche Gesundheitsberatung erteilen. Nichtlizenzierte Websites bieten häufig diese Leistungen an, um den Anschein von Seriosität und Rechtmäßigkeit zu erwecken.
  • Hände weg von Arzneimitteln, die ohne Originalschachtel daherkommen. Wenn Packung oder Tabletten ungewöhnlich aussehen oder riechen, dürfen die Medikamente nicht mehr eingenommen werden.

Weitere Tipps und Hinweise gibt es unter: http://www.polizei-beratung.de/arzneimittel